Bürokratie blockiert Millionen und gefährdet Hochwasserschutz

Mose-Krise in Venedig: Bürokratie blockiert Millionen und gefährdet Hochwasserschutz

Das Hochwasserschutzsystem Mose schützt Venedig seit 2020 vor verheerenden Fluten. Doch nun droht der historischen Lagunenstadt Gefahr von ganz anderer Seite. Ein massiver bürokratischer Stillstand in Rom blockiert wichtige Gelder.

Seit Februar 2026 fließen keine finanziellen Mittel mehr an die zuständige Lagunenbehörde. Das Ministerium für Infrastruktur hält die Gelder zurück. Eigentlich sollte das Geld längst auf dem Konto der Behörde in Venedig liegen. Das Geld parkt jedoch weiterhin beim zuständigen Wasserbauamt.

Ohne diese Millionen steht die gesamte Verwaltung vor dem Kollaps. Es droht ein sofortiger Stopp aller wichtigen Aktivitäten.

Gehälter und Wartung vor dem Aus

Die Folgen dieses Zahlungsstopps betreffen die Menschen vor Ort direkt. Die Gewerkschaften Cgil, Cisl und Uil schlagen bereits lautstark Alarm. Ohne eine sofortige Freigabe der Summen können die Verantwortlichen bald keine Gehälter mehr zahlen.

Der Engpass bedroht aber nicht nur die Angestellten der Behörde. Auch Partnerunternehmen wie Cvn, Comar und Thetis bangen um ihre Existenz. Dem Dienstleister Thetis droht ohne eine schnelle Lösung sogar die Insolvenz.

Ab Ende Juni könnten zudem alle operativen Arbeiten in der Lagune stillstehen. Davon betroffen sind dringende Instandhaltungen wie der Austausch von Holzpfählen in den Kanälen. Auch wichtige Ausbaggerungen finden aktuell nicht statt.

Droht der Stillstand bei Hochwasser?

Die größte Sorge betrifft jedoch die 78 riesigen Stahlbarrieren des Mose-Systems. Jedes dieser beweglichen Tore wiegt bis zu 300 Tonnen. Ihre Wartung verschlingt enorme Summen.

Behördenchef Roberto Rossetto wendete sich jetzt mit einem Brandbrief direkt an die Regierung. Er stellt klar: Ohne das Geld kann seine Behörde die gesetzlichen Aufgaben nicht erfüllen.

„Ohne das Geld blockieren wir die Wartung und die Hebungen des Mose.“

Ein Ausfall der Barrieren im Herbst würde Venedig schutzlos den Fluten überlassen. Bereits im vergangenen Dezember gab es ähnliche Probleme mit blockierten Geldern. Damals rettete die Regierung die Situation im letzten Moment.

Diesmal geht es um weit mehr als 300 Millionen Euro. Diese Summe ist für die Zukunft der Stadt absolut überlebenswichtig.

Politik fordert schnelle Lösung aus Rom

Auch Venedigs Bürgermeister Simone Venturini schaltete sich nun persönlich in den Streit ein. Er führt intensive Gespräche mit Vertretern in Rom. Er betont dabei immer wieder die Einigkeit aller Beteiligten.

Der Bürgermeister sieht in dem Problem einen rein bürokratischen Kurzschluss. Er fordert vom Ministerium eine sofortige und unkomplizierte Freigabe der blockierten Millionen. Der Schutz der Stadt hat für ihn oberste Priorität.

Die Gewerkschaften verlangen unterdessen ein dringendes Treffen in der Präfektur. Sie wollen alle Verantwortlichen an einen Tisch holen. Nur so lässt sich der Stillstand des Mose-Systems im Sommer noch verhindern.

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