Hotel Bauer in Venedig: Wiedereröffnung verschiebt sich erneut – frühestens 2029
Eines der berühmtesten Luxushotels Venedigs bleibt deutlich länger geschlossen als bislang erwartet. Das historische Hotel Bauer am Campo San Moisè, nur wenige Schritte vom Markusplatz entfernt, wird nach aktuellem Stand frühestens 2029 wieder Gäste empfangen. Noch vor anderthalb Jahren war von einer Wiedereröffnung 2027 die Rede. Grund für die neuerliche Verzögerung sind unter anderem noch offene Entscheidungen bei der Innenausstattung. Für das Traditionshaus ist ein Umbau im Umfang von rund 150 Millionen Euro vorgesehen.
Seit November 2022 ist das Hotel Bauer geschlossen. Was ursprünglich als umfangreiche, aber zeitlich überschaubare Modernisierung gedacht war, entwickelte sich nach der Krise des früheren Eigentümers Signa zu einem langwierigen Großprojekt.
Nun verschiebt sich der Zeitplan ein weiteres Mal.
Nach aktuellen lokalen Informationen erscheint eine Wiedereröffnung vor der Saison 2029 kaum noch realistisch. Die Gerüste am historischen Gebäude könnten noch bis Ende 2028 das Bild am Campo San Moisè prägen.
Von 2027 auf frühestens 2029
Noch im Frühjahr 2025 sah die Planung deutlich optimistischer aus.
Damals ging man davon aus, dass die nach längerer Unterbrechung wieder aufgenommenen Arbeiten etwa 18 bis 24 Monate benötigen würden. Eine Eröffnung im Frühjahr oder Sommer 2027 erschien realistisch.
Dieser Termin ist inzwischen nicht mehr zu halten.
Nach der aktuellen lokalen Berichterstattung liegt ein Teil des Problems bei der Gestaltung der Innenräume. Entscheidungen über Ausstattung und Interior Design seien noch nicht vollständig abgeschlossen. Bei einem Projekt dieser Größenordnung können solche Verzögerungen erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Bauablauf haben.
Damit wird aus dem ursprünglich für wenige Jahre geplanten Umbau eine Schließung von mindestens sechs Jahren.
Umbau für rund 150 Millionen Euro
Die Dimension des Projekts erklärt zumindest teilweise, weshalb sich Änderungen am Konzept unmittelbar auf den Zeitplan auswirken.
Für die Restaurierung und Neugestaltung des Bauer sind Investitionen von rund 150 Millionen Euro vorgesehen.
Das Gebäude soll dabei nicht einfach modernisiert werden.
Ziel ist eine grundlegende Neupositionierung im absoluten Luxussegment.
Das künftige Rosewood Hotel Bauer soll rund 120 Zimmer umfassen. Vor der Schließung verfügte das Bauer über etwa 170 Zimmer.
Etwa 50 Zimmer weniger bedeuten allerdings nicht weniger Hotel.
Im Gegenteil.
Weniger Zimmer, deutlich mehr Luxus
Der Trend ist in Venedigs Spitzenhotellerie inzwischen klar erkennbar:
weniger Gäste, größere Zimmer und Suiten, mehr Fläche pro Gast und ein noch höheres Preisniveau.
Auch beim Bauer soll dieser Ansatz verfolgt werden.
Mehr als die Hälfte der Unterkünfte sollen künftig Suiten sein. Geplant sind darüber hinaus ein hochwertiges Restaurant, eine Dachterrasse, ein italienischer Dachgarten, ein Wellnessbereich und sogar ein Außenpool im achten Stock.
Im Erdgeschoss ist außerdem eine große Einzelhandelsfläche vorgesehen.
Der Umbau ist damit wesentlich komplexer als eine klassische Renovierung von Hotelzimmern.
Rosewood nennt inzwischen selbst keinen konkreten Eröffnungstermin mehr
Interessant ist auch, dass der künftige Betreiber aktuell keinen konkreten Eröffnungstermin nennt.
Das Hotel soll nach einer mehrjährigen Renovierung wiedereröffnen. Frühere Planungen waren wesentlich konkreter und deutlich optimistischer.
Die Realität entwickelte sich bekanntlich anders.
Vorsicht bei veralteten Angaben im Internet
Gerade deshalb lohnt sich bei solchen Großprojekten ein genauer Blick auf das Datum einer Information.
Auf einzelnen Reiseportalen wird noch immer eine Wiedereröffnung des Hotel Bauer Ende 2026 angekündigt. Diese Angabe ist nach dem aktuellen Projektstand eindeutig überholt.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum es bei Berichten über Venedig nicht reicht, alte Ankündigungen einmal zusammenzutragen und anschließend jahrelang weiterzuführen.
Wer weiterhin Ende 2026 nennt, hat diese Angabe offensichtlich nicht mit dem aktuellen Projektstand und der jüngsten lokalen Berichterstattung abgeglichen.
Gerade bei einem Bauprojekt dieser Dimension können Eigentümerwechsel, Finanzierung, Genehmigungen, Baufortschritt und gestalterische Entscheidungen Zeitpläne komplett verändern.
Für Reisende, die ihre Unterkunft planen, macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Hotel Ende 2026 oder frühestens 2029 öffnet.
Aktualität ist deshalb keine Nebensache.




Signa-Krise stoppte die Arbeiten
Ein wesentlicher Grund für die jahrelangen Verzögerungen liegt in der Vorgeschichte des Projekts.
Das Bauer gehörte zum Immobilienportfolio der österreichischen Signa-Gruppe. Die Arbeiten kamen im Zuge der massiven finanziellen Krise des Konzerns für rund eineinhalb Jahre weitgehend zum Stillstand.
Das Hotel selbst blieb von den strafrechtlichen Ermittlungen rund um andere Vorgänge der Signa-Gruppe unberührt, wurde aber wirtschaftlich unmittelbar vom Zusammenbruch des Immobilienkonzerns getroffen.
Das bedeutete für das Bauer:
Eigentumsfragen mussten neu geordnet, Finanzierungen gesichert und der Baustellenbetrieb neu organisiert werden.
Erst mit dem Einstieg von Mohari Hospitality und Omnam Investment Group kam wieder eine langfristige Perspektive in das Projekt.
Mohari und Omnam übernehmen das Bauer
Mohari Hospitality übernahm das Hotel Bauer gemeinsam mit Omnam Ende 2024.
Rosewood blieb als künftiger Betreiber an Bord.
Im September 2025 folgte ein weiterer wichtiger finanzieller Schritt. Mohari und Omnam schlossen eine Finanzierung über 280 Millionen Euro ab. Ein Teil davon dient ausdrücklich der Restaurierung des Bauer.
Damals meldeten die Eigentümer bereits sichtbare Fortschritte auf der Baustelle und bestätigten, dass der Hauptauftragnehmer seine Arbeit aufgenommen hatte.
Finanziell scheint das Projekt damit inzwischen auf einer wesentlich stabileren Grundlage zu stehen als während der Signa-Krise.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein derart komplexer Umbau automatisch schnell vorankommt.
Innenausstattung wird zum neuen Zeitfaktor
Der aktuelle Verzögerungsgrund liegt nach den jüngsten Informationen nicht mehr primär bei der Finanzierung.
Nun geht es offenbar vor allem um die endgültige Ausgestaltung des Hauses.
Bei der geplanten Innenarchitektur sollen noch Entscheidungen ausstehen beziehungsweise unterschiedliche Vorstellungen bestehen.
Das mag bei einem normalen Hotel zunächst nach einem Detail klingen.
Bei einem Haus dieser Kategorie ist es das keineswegs.
Materialien, individuell gefertigte Möbel, Beleuchtung, Technik, historische Bausubstanz und aufwendige Sonderanfertigungen müssen lange im Voraus geplant und bestellt werden.
Wenn sich zentrale Designentscheidungen verschieben, lässt sich ein großer Teil der nachfolgenden Arbeiten ebenfalls nicht abschließen.
Ein Hotel an einem der prominentesten Plätze Venedigs
Das Bauer besitzt eine Lage, die selbst im außergewöhnlichen Hotelmarkt Venedigs kaum zu übertreffen ist.
Das Gebäude befindet sich im Sestiere San Marco am Campo San Moisè, nur wenige Schritte von der Piazza San Marco entfernt.
Auf der anderen Seite öffnet sich das Hotel zum Canal Grande.
Entsprechend sensibel ist eine vollständige Umgestaltung.
Historische Elemente sollen erhalten bleiben, während gleichzeitig ein Hotel entstehen soll, das den heutigen Erwartungen des internationalen Ultra-Luxusmarktes entspricht.
Hotel Bauer steht für einen größeren Wandel in Venedig
Die Entwicklung des Bauer ist gleichzeitig Teil eines deutlich größeren Trends.
Venedig erlebt derzeit eine bemerkenswerte Neuordnung seiner Spitzenhotellerie.
Mehrere historische Gebäude wurden in den vergangenen Jahren saniert oder neu als Luxushotel positioniert.
Besonders deutlich zeigt das der Orient Express Venezia im Palazzo Donà Giovannelli in Cannaregio. Das Haus eröffnete im März 2026 und verfügt lediglich über 47 Zimmer, Suiten und Residenzen. Statt hoher Kapazität steht maximale Exklusivität im Mittelpunkt.
Auch das historische Hotel Danieli hat nach einem umfangreichen Umbau im Sommer 2026 wieder eröffnet – nun unter Four Seasons. Zunächst stehen dort 120 Zimmer und Suiten zur Verfügung. Nach Abschluss einer weiteren Restaurierungsphase sollen es 2027 insgesamt 168 sein.
Die Richtung ist klar:
Venedigs Luxushotellerie setzt immer stärker auf sehr hochwertige Angebote für eine vergleichsweise kleine Zahl zahlungskräftiger Gäste.
Tausende Euro für eine Nacht sind längst Realität
Diese Entwicklung verändert auch das Preisgefüge.
Im absoluten Spitzensegment sind vierstellige Übernachtungspreise in Venedig längst keine Ausnahme mehr.
Damit bewegt sich die Stadt zunehmend in einem internationalen Wettbewerb mit Destinationen wie Paris, London, Monaco oder den exklusivsten Ferienregionen des Mittelmeerraums.
Das Hotel Bauer soll nach seiner Fertigstellung eindeutig in diesem Markt positioniert werden.
Die geplante Reduzierung der Zimmerzahl passt exakt in dieses Konzept.
Nicht möglichst viele Gäste sollen untergebracht werden.
Stattdessen sollen größere Einheiten, mehr Suiten, zusätzliche Dienstleistungen und großzügige Gemeinschaftsflächen einen wesentlich höheren Wert pro Aufenthalt schaffen.
Was passiert mit den früheren Mitarbeitern?
Auch die Beschäftigten des Bauer waren von der jahrelangen Unsicherheit betroffen.
2025 drohte 19 Mitarbeitern die Kündigung.
Nach Verhandlungen wurde schließlich eine Vereinbarung erzielt. Sie sah unter anderem Unterstützungsmaßnahmen für die Beschäftigten sowie die Zusage vor, bei der Wiedereröffnung Möglichkeiten für eine Rückkehr in das Hotel zu schaffen.
Mit der erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins verlängert sich allerdings auch für ehemalige Beschäftigte die Wartezeit erheblich.
Luxusboom – aber auch eine grundsätzliche Frage für Venedig
Die Entwicklung hat zwei Seiten.
Auf der einen Seite bringen Investitionen in historische Gebäude erhebliche Summen in deren Restaurierung. Internationale Hotelgruppen übernehmen teilweise Palazzi, deren Erhaltung enorme Kosten verursacht.
Neue Spitzenhotels schaffen Arbeitsplätze und ziehen ein Publikum an, das hohe Beträge für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen ausgibt.
Auf der anderen Seite verändert sich damit auch die touristische Struktur der Stadt.
Wenn Hotels ihre Zimmerzahl reduzieren und gleichzeitig immer stärker auf das Ultra-Luxussegment setzen, wird Venedig als Übernachtungsdestination zunehmend hochpreisiger.
Das kann politisch durchaus gewollt sein, weil die Stadt seit Jahren versucht, den Schwerpunkt weg vom billigen Tagesausflug und stärker hin zu qualitätsorientiertem Übernachtungstourismus zu verschieben.
Wie weit diese Entwicklung gehen soll, dürfte allerdings noch für Diskussionen sorgen.
Auch andere Großprojekte benötigen deutlich mehr Zeit
Das Bauer ist dabei kein Einzelfall.
Bei historischen Gebäuden in Venedig lassen sich Bauzeiten nur schwer mit einem gewöhnlichen Hotelprojekt vergleichen.
Denkmalschutz, Logistik über Wasserwege, historische Bausubstanz und äußerst begrenzte Baustellenflächen machen praktisch jeden größeren Umbau kompliziert.
Hinzu kommen besondere Anforderungen bei Brandschutz, Haustechnik, Hochwasserschutz und Energieversorgung.
Auch andere venezianische Hotelprojekte benötigen deshalb teilweise mehrere Jahre.
2029 ist derzeit der realistischste Termin – aber keine Garantie
Wichtig ist auch hier eine sorgfältige Formulierung.
Es gibt derzeit keinen offiziell veröffentlichten fixen Eröffnungstag für 2029.
Nach dem aktuellen Stand gilt vielmehr: Eine Wiedereröffnung vor 2029 erscheint kaum noch realistisch.
Das ist ein Unterschied.
2029 ist damit derzeit der glaubwürdigste Planungshorizont – aber noch keine garantierte Eröffnung.
Nach der Geschichte dieses Projekts wäre es ohnehin wenig seriös, bereits jetzt einen konkreten Monat oder gar ein Datum zu nennen.
Das Bauer bleibt vorerst eine der prominentesten Baustellen Venedigs
Damit bleibt eines der bekanntesten Hotels der Stadt weiterhin geschlossen.
Die Gerüste am Campo San Moisè werden Venedig voraussichtlich noch längere Zeit begleiten.
Wenn das Bauer schließlich als Rosewood Hotel Bauer zurückkehrt, wird allerdings kaum noch etwas an das frühere Hotelkonzept erinnern.
Aus rund 170 Zimmern werden ungefähr 120 besonders großzügige Einheiten. Mehr als die Hälfte sollen Suiten sein. Restaurants, Wellness, Dachgarten, Pool und Luxusgeschäfte sollen das Haus zu einer der exklusivsten Adressen der Stadt machen.
Bis dahin ist Geduld gefragt.
Wer derzeit noch mit einer Eröffnung Ende 2026 plant, sollte seine Informationen dringend aktualisieren. Nach dem aktuellen Stand wird das Hotel Bauer frühestens 2029 wieder Gäste empfangen.
Und der Fall zeigt einmal mehr: Gerade bei Venedig lohnt sich der Blick auf aktuelle lokale Informationen statt auf alte, ungeprüft weitergeschriebene Ankündigungen.
Stand: 15. Oktober 2026

